Deutscher Meister 2010


“Der Tod ist ein Meister aus Deutschland” behauptete einst Heinrich Heine. Seit dem 26. Februar 2010 muss es heißen: Der Tod hat einen Meister in Deutschland.
Gestorben wurde ja eigentlich schon immer und die 9000 Bestattungsunternehmen hierzulande haben bisher ihren Job ganz gut gemacht. Zumindest musste sich bisher noch niemand selbst beerdigen. Auch der eindrucksvolle Auftritt des Unternehmenschefs Kröger am 25. Februar bei Maiken Nielsens Lesung “das siebte Werk” konnte den Glauben an das Gewerbe mächtig stärken. Wer hätte schon gedacht, dass deutsche Bestatter den Toten mit Revitalisierungcremes (erfolgreich!!!) zu Leibe rücken?
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Lesen beim Bestatter Teil II.

Das Bestattungsinstitut Kröger am Fuhlsbütteler Damm in Hamburg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Sollten meine irdischen Reste irgend welcher widriger Umstände wegen doch nicht über den Atlantik gestreut werden können, hätte ich jetzt auf jeden Fall einen tollen Sarg für die Erdbestattung. Lebensfluss heißt das Modell, denn in den hölzernen Sargdeckel ist eine geschlängelte Linie aus Mineralien eingelassen – was die Trauernden entweder zartfühlend darauf hinweist, dass der Weg des Lebens steinig ist, oder aber nicht so geradlinig auf das Ende zuführt, wie man denkt. Oder eben einfach: Lebensfluss. Man schlängelt und fließt so dahin, nimmt diverse Biegungen, bleibt aber irgendwie immer in der Fahrrinne.
Und auch sonst ist das Geschäft geschmackvoll, modern, ja, richtig hübsch.
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25. Februar 2010


Des einen Tod, des andren Brot!

Maiken Nielsen liest aus : “Das siebte Werk”,

25. Februar 2010, Bestattungsunternehmen Kröger, Fuhlsbütteler Damm 118, Hamburg-Fuhlsbüttel

Auf angenehme Weise die Zeit tot schlagen: Lesen beim Bestatter

Noch 1  Tag bis zur Lesung im Bestattungsinstitut Kröger! 25. Februar, 20 Uhr. Fuhlsbütteler Damm 118 in Hamburg-Fuhlsbüttel

Probe liegen im Sarg: Bewegungsarmut für mehr Lebensfreude

Die Initiative “Wir wollen lernen” von Rechtsanwalt Walter Scheuerl gegen die Hamburger Schulreform scheint jetzt Todesmutige zu inspirieren. Seit kurzem bieten Lehrer in Zusammenarbeit mit Bestattungsunternehmern ihren Schülern die Möglichkeit, sich auch Wissen über das Entschlafen anzueignen. Wer sich im Sarg gut bettet, so die Einsicht der Pädagogen, könne den Todesprozess auch emotional besser begreifen. David Gilmore, Mitarbeiter am Freudenstädter Kreiskrankenhaus, führt überdies ins Feld, dass das Ausprobieren letzter Ruhestätten zu mehr Lebensfreude führt. Unter dem Motto „ Die Kraft des Lachens“ rät er auf Kongressen, die heimische Matratze gelegentlich gegen einen Sarg zu tauschen. Wenn dabei alles gut läuft, kämen auch potentielle Selbstmörder rasch darauf, wie langweilig und schnöde das Herumliegen in der Totenlade sei.
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Von wegen keine Taschen: bis zum letzten Cent beim letzten Hemd


Bloß nicht am falschen Ende sparen, heißt ein Sprichwort und es stimmt. Ein solches falsches Ende ist zum Beispiel der Verlust des Lebens.  Manche Schnäppchenjäger wollen für ihre Beerdigung mal eben lumpige 500 Euro pauschal ausgeben, statt sich bei einem gut sortierten Bestattungsunternehmer für ein paar Tausender unter die Erde bringen zu lassen. Sparsamkeit bis in den Tod lohne aber nicht, so die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur “Aeternitas” aus Königswinter, denn „das böse Erwachen käme meist hinterher.“
Gemeint ist dabei keineswegs eine ungewollte Wiedergeburt, sondern der post mortale Schock über unerwartete Folgekosten. Kaum liege man gemütlich in seinem Sarg und freue sich noch über seine günstige Bestattung, würden plötzlich Extras wie Friedhofsgebühren, Grabstein, Trauerfeier und Blumenschmuck berechnet. Durchschnittlich kämen die Grab-Discounter schnell auf bis zu 5.000 Euro, die sie dem Toten nachberechneten. Mit dem klassischen „vor Wut im Grabe umdrehen“ ist es dann auch nicht mehr getan. Rechnungen finden ihren Weg auch unter die Erde, um dort ihr Recht zu fordern. Sicher gibt es für solche Fälle längst spezielle Inkassofirmen. Eigentlich eine gute Start-up Idee.
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Mord im Bestattermilieu – gibts auch in echt!!!

Da hat wohl jemand “das siebte Werk” etwas zu wörtlich genommen. Genau wie im Roman von Maiken Nielsen führt eine tödliche Feindschaft unter Bestattern zu einem echten Krimi! Allerdings scheinen die echten Beerdigungsunternehmer den Roman nicht zu Ende gelesen zu haben. Die Pointe im Buch ist nämlich besser als die Realität.

Hier der Bericht der Nürnberger Abendzeitung:

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Für alle, die im Abschiedsraum eines Beerdigungsinstituts auch mal jemanden begrüßen wollen

Maiken Nielsen liest aus ihrem Roman “Das siebte Werk” am 25.2.2010 um 20 Uhr im Bestattungsinstitut Kröger.

Darwin Preis – die dümmsten Toten

Zu sterben ist nicht gerade angenehm, manchmal ist es aber einfach nur dumm gelaufen. Immerhin gibt es einen kleinen Trost: Die blödesten Toten werden jährlich mit dem Darwin Preis geehrt, posthum versteht sich, was die Sache aber nicht weniger peinlich macht. So gewannen zwei Bankräuber, die sich mitsamt des begehrten Tresors und der Bank drumrum selbst in die Luft sprengten den ersten Platz in der internationalen Wertung . Nicht schlecht, denn die Konkurrenz war groß. Einer versuchte zum Beispiel auf einem Hochspannungsmast ein Wespennest zu treffen. Mit seinem Urinstrahl! Ob die Wespen den Stromschlag überlebten, ist nicht überliefert. Für 2009 steht eine spannende Entscheidung noch aus. Wer wird Deutschlands dümmster Toter?

darwin

Also schnell voten, bevor´s zu spät ist. http://www.darwinpreis.de/
Darwin hatte Recht: Manchmal stirbt der Dumme

Immer wieder ein Mordsvergnügen: Reisen mit der Deutschen Bahn!

Ich bekenne, dass ich es sehr schätze, mit der Deutschen Bahn zu reisen. Auf diese Weise sind mir schon viele absurde Erlebnisse zuteil geworden. Und wo hat man das noch? Sporthotels für Haustiere und Scheidungsmessen mal nicht mitgezählt.
Eben am DB-Schalter im Salzburger Hauptbahnhof: ich bedauere dem Schalterbeamten gegenüber, dass mein online gebuchtes Ticket im virtuellen Orbit verschwunden ist. Was er denn jetzt tun könne, um mir zu helfen?
Ich solle doch bitte zu einem Automaten gehen, rät mir der Mann. Da könnte ich ja ein neues Ticket kaufen.
Mit Verwunderung stelle ich fest, dass der Fahrscheinverkauf durch lebende Menschen nicht mehr möglich ist, erkläre dem Mann aber lediglich, dass ich kein neues Ticket kaufen möchte, schließlich besäße ich ja schon eins. Zum Beweis schiebe ich ihm die Buchungsbestätigung zu. Hier meine Auftragsnummer. Und dort die Mitteilung, dass meine Kreditkarte belastet wurde.
Der Mann studiert das Schreiben mit nachdenklich gerunzelter Stirn. Eine geschlagene Minute vergeht. „Gehen Sie in ein Internetcafé!“, rät er mir schließlich. „Sie haben Ihr Ticket ja im Internet gekauft. Dann kommt es auch aus dem Internet wieder raus!“
„Dieses hier ja nicht“, antworte ich.
„Aha, hmhm“, sagt er. Und plötzlich hellen sich seine Züge auf. „Rufen Sie doch einfach da mal an!“ Er deutet auf die Nummer der DB-Hotline. Ich erwidere, dass das Anwählen der Hotline 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz kostet und dass ich bloß ein Handy habe und in Österreich bin. „Können Sie das nicht vielleicht machen?“, frage ich und rufe ihm ins Gedächtnis, dass ich ja seine Kundin bin.
Könne er nicht, sagt er.
„Sicherlich können Sie aber eine andere Nummer anrufen, unter der Ihnen jemand sagen kann, wie man in solchen Fällen verfährt?“
Auch das verneint der Mann.
„Aber…“ Langsam fehlen mir die Worte. „Wie machen Sie das denn so, wenn Sie mal mit, äh… Kollegen sprechen wollen?“
„Ich kann da nichts tun. Ich habe kein Internet.“
„Ja, aber… Telefon?!“
„Auch nicht.“
„Sie haben also KEINEN Kontakt zu Ihrem Unternehmen?“, frage ich verwundert.
„Gar keinen“, bestätigt er.
Ich sehe mich nach der versteckten Kamera um.
Aber da ist nur ein großes Nichts.